Untergrund

Untergrund als Anfang - akr

Zu den interessantesten sprachlichen Entdeckungen in der Kindheit zählte zweifelsfrei das Wort “Unterbodenschutz”. In der Autowerkstatt auf der gegenüberliegenden Straßenseite drang dieses Wortmonster in das Kindesohr und beflügelte fortan die Fantasie. Ähnlich wie alle Hauptwörter, so sagte man seinerzeit für Nomen, die mit der Silbe “unter” gebildet wurden: Unterholz, Unterhose, Untergrund oder Unterberg. Wobei Letzteres mit “d” geschrieben wird, was aber erst später in etwa zeitgleich mit der Bekanntschaft des Nomens, klar wurde.

Bis dahin, ehe die erwachsene Grammatik auch in die kindliche Wortwelt eindrang, wurden die Wortmonster wie Plastilinfiguren solange geknetet, bis ihnen alles Schreckliche entwich. Am wirkungsvollsten zeigte sich dabei, mit ihnen buchstäblich ins Gegenteil auszuweichen: Oberholz, Oberhose oder Obergrund. Vermutlich stammte die Idee vom Kartenspiel, wo der Ober den Unter stach. Mit der aus dem Spiel gewonnenen Stärke ließe sich vielleicht eines Tages auch die Autowerkstatt für den Oberbodenschutz begeistern.

Untergrund als Ende - obsl

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Aufrecht auf vier Beinen